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„Starkes Signal für mehr Bildungsgerechtigkeit“ Neubau für die Nachmittagsbetreuung an der Ludwig-Emil-Grimm-Schule in Ihringshausen eingeweiht

Der neunjährige Tobias Jan Glau durfte das Eröffnungsband für den Neubau an der Ludwig-Emil-Grimm-Schule in Ihringshausen durchschneiden. Im Hintergrund Bürgermeister Karsten Schreiber und Landrat Uwe Schmidt Der neunjährige Tobias Jan Glau durfte das Eröffnungsband für den Neubau an der Ludwig-Emil-Grimm-Schule in Ihringshausen durchschneiden. Im Hintergrund Bürgermeister Karsten Schreiber und Landrat Uwe Schmidt

Fuldatal. Ein Jahr hat es gedauert, doch jetzt ist es soweit: Am Freitag wurde der Neubau für die kooperative Nachmittagsbetreuung der Ludwig-Emil-Grimm-Schule im Fuldataler Ortsteil Ihringshausen mit einem Schulfest eingeweiht. „Der Neubau ist ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit von Gemeinde und Schulträger bei der Kinderbetreuung“, betonte Landrat Uwe Schmidt bei dieser Gelegenheit, „und außerdem ein starkes Signal für mehr Bildungsgerechtigkeit für die Eltern im Landkreis Kassel.“ Der Landrat verwies darauf, dass es eine hohe Nachfrage für die Nachmittagsbetreuung der Kinder gebe.

„Der Weg zu dieser Lösung war lang“, sagte der Fuldataler Bürgermeister Karsten Schreiber aus Sicht der Gemeinde, und es habe viele Irrwege und Notlösungen gegeben. Doch nun, so betonte er, „könnte ich Platzen vor Stolz.“ Ähnlich glücklich zeigte sich Schulleiterin Gabi Sommer-Kreher. Sie bezeichnete das neue Gebäude als „enormen Gewinn für die Kinder“.

Es habe sich bereits viel an der Schule verändert und das Lehrerkollegium sei bereits eng mit dem Team der Nachmittagsbetreuung zusammen gewachsen. Schon seit dem Ende der Herbstferien wird das Gebäude für das Ganztagsbetreuungsangebot von Gemeinde und Landkreis im Rahmen des „Paktes für den Nachmittag“ (siehe Hintergrundinfo) genutzt. Dieser wird in Ihringshausen in Kooperation mit dem Verein Kinder- und Jugendhilfe Hessen Nord e.V. aus Calden angeboten. Die Gemeinde Fuldatal und der Landkreis teilen sich die Investitionskosten von rund 1,6 Millionen Euro.

Freuen sich über die modernen Räume für die Nachmittagsbetreuung: (v.l.) Bürgermeister Karsten Schreiber, Schulleiterin Gabi Sommer-Kreher und Landrat Uwe Schmidt. Freuen sich über die modernen Räume für die Nachmittagsbetreuung: (v.l.) Bürgermeister Karsten Schreiber, Schulleiterin Gabi Sommer-Kreher und Landrat Uwe Schmidt.

Der vom Kaufunger Architekturbüro Döring gestaltete, moderne Neubau hat insgesamt 600 Quadratmetern Nutzfläche. Auf dieser stehen den Kindern und Betreuern vier Gruppenräume mit jeweils 72 Quadratmetern zur Verfügung. Die Räume sind flexibel nutzbar und barrierefrei erreichbar. An der Ostseite sind die Räume der Verwaltung mit dazugehörigen Sanitäranlagen und die Küche untergebracht. Das Gebäude wird kostensparend über die Pelletheizung der Grundschule mit Wärme versorgt.

Die sanitären Anlagen für die Kinder und die Behindertentoilette sowie ein Lagerraum sind direkt vom Foyer aus erreichbar. In dem neuen Gebäude sind alle Gruppenräume über große Fenster natürlich mit Licht versorgt und haben alle einen direkten Zugang ins Freie. Wenn nötig, kann der Bau um eine weitere Etage aufgestockt werden.

Ursprünglich war geplant, den Neubau bis zum Beginn des Schuljahres fertigzustellen. Bauverzögerungen durch Schnee und Eis im vergangenen Winter hatten diesen Plan jedoch durchkreuzt. Die Kosten für den Ankauf des notwendigen Grundstücks in Höhe von 100.000 Euro hat der Landkreis allein übernommen.

 



Hintergrundinfo:

Um noch mehr Schülerinnen und Schülern an Grundschulen sowie an Grundstufen der Förderschulen ein verlässliches und am Bedarf orientiertes ganztägiges Bildungs- und Betreuungsangebot machen zu können, hat das Land Hessen mit dem Schuljahr 2015/2016 den sogenannten „Pakt für den Nachmittag“ gestartet. Der Pakt beruht auf einer Kooperationsvereinbarung über die Einführung von ganztägigen Angeboten für die jüngsten Schülerinnen und Schüler, die zum Schuljahr 2015/2016 zunächst mit sechs Pilot-Schulträgern und zum Schuljahr 2016/2017 mit zehn weiteren Schulträgern geschlossen wurde.

Der Künstler Pepe Siebenzahl verschönerte die Gruppenräume mit bunten Bildern. Der Künstler Pepe Siebenzahl verschönerte die Gruppenräume mit bunten Bildern.

Im „Pakt für den Nachmittag“ übernehmen Land und Schulträger erstmals gemeinsam Verantwortung für ein integriertes und passgenaues Bildungs- und Betreuungsangebot. Das Ziel der Vereinbarung ist, noch stärker zu mehr Bildungsgerechtigkeit und einer besseren individuellen Förderung für die Schülerinnen und Schüler sowie zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie für die Eltern beizutragen.

Teilnehmende Grundschulen und Grundstufen von Förderschulen verfügen an fünf Tagen in der Woche von 7:30 Uhr bis 17 Uhr und erstmals auch in den Schulferien über ein verlässliches und freiwilliges Bildungs- und Betreuungsangebot. Je nach Bedarf und orientiert an den vor Ort vorhandenen Strukturen und dem gemeinsam entwickelten Konzept wird im „Pakt für den Nachmittag“ ein für die jeweilige Kommune passendes Angebot etabliert, das Ganztag und Betreuung stärker verzahnt. Eltern können zwischen mindestens zwei zeitlichen Modulen wählen, einem kürzeren bis 14:30 oder 15 Uhr und einem längeren bis 17 Uhr, auf Wunsch auch mit Ferienbetreuung.

Grundsätzlich ist der „Pakt für den Nachmittag“ ein freiwilliges Angebot, nach Anmeldung des Kindes dann verbindlich. Für die Bildungs- und Betreuungsangebote von Schulen im „Pakt für den Nachmittag“ gilt der in der Richtlinie für ganztägig arbeitende Schulen verankerte Qualitätsrahmen für die Profile ganztägig arbeitender Schulen.

06.11.2017


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