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Jugendliche gegen häusliche Gewalt

Gemeinsam gegen häusliche Gewalt: (v.l.) Achim Föth (Schulsozialarbeiter), Melitta Schäffer (Fachdienstleiterin Sozialarbeit in Schulen des Landkreises Kassel), Manon Riehl (Lehrerin an der THS Baunatal), Jonathan Meißner (einer der Schüler, die die Plakate entworfen haben), Irmgard Schüler (Koordinatorin der AG Runder Tisch gegen häusliche Gewalt Region Kassel) und Markus Sahm (Jugendzentrum Second Home in Baunatal). Gemeinsam gegen häusliche Gewalt: (v.l.) Achim Föth (Schulsozialarbeiter), Melitta Schäffer (Fachdienstleiterin Sozialarbeit in Schulen des Landkreises Kassel), Manon Riehl (Lehrerin an der THS Baunatal), Jonathan Meißner (einer der Schüler, die die Plakate entworfen haben), Irmgard Schüler (Koordinatorin der AG Runder Tisch gegen häusliche Gewalt Region Kassel) und Markus Sahm (Jugendzentrum Second Home in Baunatal).

Schüler der Theodor-Heuss-Schule in Baunatal entwerfen Plakate für die Region

Baunatal / Landkreis Kassel. Seit vielen Jahren unterstützt der Landkreis Kassel den Kampf gegen häusliche Gewalt. Mit einer Plakataktion sollen nun gezielt Kinder und Jugendliche angesprochen werden. Die Idee entstand im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Runder Tisch gegen häusliche Gewalt der Region Kassel, erklärt Koordinatorin Irmgard Schüler. Dabei habe man sich bewusst dafür entschieden, die Plakatmotive nicht von einer Agentur, sondern von Schülern entwickeln zu lassen.

Die Wahl fiel auf die 10. Klasse der Theodor-Heuss-Schule in Baunatal. Die Jugendlichen recherchierten mit Hilfe ihrer Klassenlehrerin Manon Riehl und Schulsozialarbeiter Achim Föth, zunächst zum Thema Gewalterfahrungen von Jugendlichen, tauschten  dann ihre persönlichen Erfahrungen aus und entwickelten so eigene Ideen. In Kooperation mit den Jugendzentrum Second Home der Stadt Baunatal und dem dort arbeitenden Sozial- und Medienpädagogen Markus Sahm wurden schließlich, im Rahmen eines Projekttages, die Fotos für die Plakate erstellt.

Jonathan Meißner, einer der Jugendlichen, die die Plakate entwickelten, berichtet: "Uns ging es vor allem darum das Thema zu enttabuisieren und die Opfer zu stärken." Dabei sei allen Beteiligten deutlich geworden, wie viele Formen der Gewalt es gebe. Entsprechend seien auch die Plakatmotive sehr unterschiedlich.

"Ziel der Aktion ist es, Betroffenen qualifizierte Anlaufstellen aufzuzeigen, bei denen sie Hilfe und Unterstützung finden", betont Melitta Schäffer, Fachdienstleiterin Sozialarbeit in Schulen des Landkreises Kassel. "Dabei hätten wir für die zielgruppengerechte Gestaltung keine besseren Experten finden können, als junge Menschen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund, die ihre eigenen Erfahrungen und Beobachtungen einbringen können."

Insgesamt entstanden acht verschiedene Plakatmotive, die alle dazu aufrufen bei Gewalt nicht wegzusehen, sondern zu handeln und Hilfe zu holen. "Diese werden jetzt an alle Schulen und Jugendeinrichtungen in Stadt und Landkreis Kassel geschickt", so Melitta Schäffer, "mit der Bitte sie dort aufzuhängen." Finanziert wurde die Herstellung der Plakate übrigens aus Bußgeldern, so Irmgard Schüler, die von Männern gezahlt werden mussten, die häusliche Gewalt ausgeübt hätten.

Hintergrund:
Sozialarbeit in Schulen (SiS)
Das Handlungsfeld der Jugendhilfe im Kontext von Schule, die Schulsozialarbeit, ist ein zu Beginn der 70er Jahre entstandener Spezialdienst der Jugendhilfe und kann als Beitrag zur Chancengleichheit und zum Ausgleich von Sozialisationsdefiziten verstanden werden. Mit Beschlüssen des Kreistages und des Kreisausschusses im Jahr 2005 wurde zum Schuljahr 2005/2006 im Landkreis Kassel an verschiedenen Schulen Schulsozialarbeit, Kurzform SiS, eingerichtet. Dieses Angebot der Jugendhilfe wird zu 100 Prozent vom Landkreis Kassel finanziert. Nachdem es bis heute für diesen Bereich keine finanzielle Beteiligung durch das Land Hessen gibt, wendet der Landkreis hierfür eigene Haushaltsmittel von mehr als einer Million Euro auf.

Heute ist die SiS im Landkreis Kassel flächendeckend an den 14 Gesamtschulen, an acht Grundschulen, zwei beruflichen Schulen, drei Förderschulen und einem Gymnasium aufgestellt. 26 Mitarbeiter tragen derzeit an den 28 Schulen mit Beratung und Begleitung als Einzelfallhilfe und Gruppenarbeit dazu bei, soziale Probleme an der Schule zu entschärfen und unterstützen Schule bei einer Öffnung ins Gemeinwesen und durch Netzwerkarbeit mit weiteren Einrichtungen der Jugendhilfe.

21.11.2017




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