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Kreisabfallentsorgung übernimmt Papierabfuhr

Auf dem Foto sieht man von links nach rechts Uwe Pietsch (Leiter Eigenbetrieb Abfall), Müllwerker Sven Schauer, Fahrer Thorsten Scholl, Vizelandrätin Susanne Selbert und Müllwerker Jens Wolff. Auf dem Foto sieht man von links nach rechts Uwe Pietsch (Leiter Eigenbetrieb Abfall), Müllwerker Sven Schauer, Fahrer Thorsten Scholl, Vizelandrätin Susanne Selbert und Müllwerker Jens Wolff.

Selbert: „Abfuhr aus einer Hand“

Region Kassel. Mit Beginn des neuen Jahres hat der Eigenbetrieb Abfallentsorgung Kreis Kassel die Abfuhr aller Papiertonnen im Landkreis übernommen. "Bisher haben wir diese Aufgabe nur für die Kommunen im nördlichen Landkreis durchgeführt – ab sofort gilt für Papierabfälle der Grundsatz "Abfuhr aus einer Hand", berichtet Vizelandrätin Susanne Selbert, zu deren Dezernat der Eigenbetrieb gehört. Ab dem 1. Januar holt der kreiseigene Eigenbetrieb die Papierbehälter auch in den 17 Städten und Gemeinden des Altkreises Kassel und des Altkreises Wolfhagen (Ahnatal, Bad Emstal, Baunatal, Breuna, Fuldabrück, Fuldatal, Habichtswald, Helsa, Kaufungen, Lohfelden, Naumburg, Nieste, Niestetal, Schauenburg, Söhrewald, Wolfhagen und Zierenberg).

Die Übernahme der Papierabfuhr durch den Eigenbetrieb erfolgt, weil "wir diese Aufgabe wirtschaftlicher durchführen können als private Unternehmen. Damit leisten wir einen Beitrag zur Stabilität unserer günstigen Abfallgebühren", so die Vizelandrätin weiter.

Selbert: "Wir haben im Eigenbetrieb für die neue Aufgabe vier Fahrzeugbesatzungen, bestehend jeweils aus einem Fahrer und zwei Ladern, neu eingestellt". Die Abholung der Papiertonnen erfolgt durch vier neue Sammelfahrzeuge. Um Fahrzeiten zu reduzieren, starten die Abholtouren am kreiseigenen Entsorgungszentrum Lohfelden, wo zurzeit die bestehende Vergärungs- und Biokompostierungsanlage um einen großen Recyclinghof erweitert wird.

"Das ist für unsere Abläufe neu, da wir bisher mit allen Fahrzeugen am Entsorgungszentrum Kirschenplantage in Hofgeismar gestartet sind – Lohfelden kommt jetzt als zweiter, großer Logistikstandort mit dazu", informiert Selbert.

Im Landkreis Kassel wird überdurchschnittlich viel Papier gesammelt: 2016 wurden pro Kopf 83 Kilogramm Altpapier im Kreis gesammelt, das sind 19.700 Tonnen im Jahr. Die durchschnittliche Altpapiersammelmenge pro Kopf liegt in Hessen bei 74 Kilogramm. "Gründe für diese guten Zahlen liegen sicherlich in der Sammeldisziplin der Menschen im Landkreis – unser Abholsystem macht es aber auch leicht, Altpapier zu sammeln", erläutert Selbert.

Altpapier ist ein wertvoller Sekundärrohstoff, dessen Vermarktung seit vielen Jahren einen Beitrag zur Stabilisierung der Abfallgebühren einbringt. Die Einsammlung des Altpapiers in allen Kreiskommunen werde weitere wirtschaftliche Vorteile für die Abfallentsorgung Kreis Kassel bringen, so Selbert weiter.

Auch in Bezug auf die Papiererlöse konnte der Eigenbetrieb ab 2018 eine Verbesserung erzielen: In einem gemeinsamen Vergabeverfahren für die Verwertung des Altpapiers zusammen mit zehn anderen Gebietskörperschaften "wurde ein gutes Ausschreibungsergebnis erzielt", berichtet Uwe Pietsch, Leiter des Eigenbetriebs Abfallentsorgung Kreis Kassel. Die Firma DS Smith Recycling, ein großer britischer Papierhersteller, der auch die Papierfabrik in Witzenhausen betreibt, hat eine höhere Vergütung als bislang geboten. Mit diesen positiven Entwicklungen bei der Papierentsorgung könne die Abfallentsorgung Kreis Kassel die Gebühren weiterhin stabil halten und Kostensteigerungen in anderen Bereichen ausgleichen, sind sich Selbert und Pietsch sicher.

02.02.2018




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