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Landkreis unterstützt sexualpädagogisches Angebot für Geflüchtete Beratungsteam von Pro Familia geht in Gemeinschaftsunterkünfte

Vizelandrätin Susanne Selbert begrüßt das sexualpädagogische Angebot für Geflüchtete in den Gemeinschaftsunterkünften des Landkreises. Vizelandrätin Susanne Selbert begrüßt das sexualpädagogische Angebot für Geflüchtete in den Gemeinschaftsunterkünften des Landkreises.

Landkreis Kassel. Das wichtige Thema Integration hat viele Facetten. Dazu gehört auch die sexualpädagogische Beratung von Geflüchteten. Deshalb unterstützt der Landkreis Kassel den Verein Pro Familia im diesem Jahr mit 8.000 Euro.

Die Pro Familia-Beratungsstelle, mit Sitz in Kassel, ist Anlaufstelle auch für viele Menschen aus dem Landkreis Kassel. Pro Familia zudem ein sexualpädagogisches Projekt initiiert, welches sich speziell an geflüchtete Männer in Gemeinschaftsunterkünften wendet. Es steht unter dem Titel "Frauen, Männer, Familie – Zusammenleben in Deutschland" und wird in drei aufeinander aufbauenden Modulen angeboten.

Vizelandrätin Susanne Selbert betont: "In unseren Gemeinschaftsunterkünften leben viele junge Menschen. In ihrem Herkunftsland hatten die wenigsten von ihnen Zugang zu fachlichen Angeboten, die sich mit biologischen und medizinischen Fragen rund um die Sexualität beschäftigen. Daher finde ich es wichtig und notwendig, dieses Angebot zu machen. Zumal dabei auch die entsprechenden rechtlichen Grundlagen für das Zusammenleben in Deutschland erklärt werden."

Wie Petra Zimmermann, die Geschäftsführerin von Pro Familia in Kassel, berichtet, stehen gerade die Männer vor vielen Herausforderungen. So etwa die Auseinandersetzung mit dem meist unbekannten Wertesystem, die abrupte Loslösung von der Herkunftsfamilie, aber auch Einsamkeit und die Suche nach neuen Bezugspersonen.

In den Gemeinschaftsunterkünften könne sich die Situation verschärfen. Die Expertin erklärt: "In der vielfach unsicheren Lebenssituation von Geflüchteten, die geprägt ist von Anspannung, Stress und fehlender Privatsphäre, ist das Risiko erhöht, dass es zur körperlichen oder psychischen Gewalt kommen kann. Gleichzeitig kann es zu Wertekollisionen zwischen Herkunfts- und Aufnahmekultur kommen und Beobachtungen und Irritationen können oftmals nicht eingeordnet werden." Die Auseinandersetzung und die Gespräche in der Männerrunde mit professionell ausgebildeten Teamern bieten den Teilnehmern Antworten, Einschätzungen und Orientierungshilfen. "Dabei positionieren wir uns ausdrücklich gegen jede Form von Gewalt", so Zimmermann abschließend.

Hintergrund:
Pro Familia ist der führende Verband zu Sexualität, Partnerschaft und Familienplanung in Deutschland und betreibt flächendeckend das größte Beratungsnetz zu diesen Themen in der Bundesrepublik. Pro Familia Kassel ist eine staatlich anerkannte Schwangerenberatungsstelle, bietet aber auch Paar- und Sexualberatung sowie sexualpädagogische Gruppenangebote an. Auch Fachkräfte können sich zu sexualitätsbezogenen Fragen und zur Prävention sexueller Gewalt fortbilden lassen. So bietet der Verein unter anderem kostenlose Fortbildungen und Vorträge für Altenpflegekräfte an. Alle Beraterinnen und Berater haben neben ihrem Grundberuf mit universitärem Abschluss therapeutische und beraterische Zusatzqualifikationen.

21.02.2018




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