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Projekt „Vereine mit Zukunft“ (22.08.2018)

Was bringt Vereinscoaching? Diese Frage diskutierten Kuratoriumsmitglieder und Vereinsvertreter aus Vellmar mit Landrat Uwe Schmidt und Ingo Buchholz, dem Vorstandsvorsitzenden der Kasseler Sparkasse. (Foto: Andreas Bernhard) Was bringt Vereinscoaching? Diese Frage diskutierten Kuratoriumsmitglieder und Vereinsvertreter aus Vellmar mit Landrat Uwe Schmidt und Ingo Buchholz, dem Vorstandsvorsitzenden der Kasseler Sparkasse. (Foto: Andreas Bernhard)

Kuratorium Vellmar geht mit Coaching neue Wege

Vellmar. Viele kleine Vereine plagen Zukunftssorgen. Wie können neue Mitglieder gewonnen werden? Welche Aufgaben kann der Vorstand bewältigen? Und überhaupt: Wie wird der Verein zukunftsfähig?

Das Kuratorium Vellmar, der Dachverband von 78 örtlichen Vereinen, hat daher das Projekt "Vereine mit Zukunft" ins Leben gerufen. "Ziel ist die Unterstützung der Vereine bei der Entwicklung neuer Ideen und Konzepte", erläutert der Vorsitzende des Kuratoriums, Uwe Kemper. Zwei Vereine, der Volkschor Niedervellmar und der Schützenverein Hegelsberg-Vellmar, wurden aus sieben Bewerbungen für das Projekt ausgewählt und erhielten in den vergangenen neun Monaten professionelle Unterstützung durch Jan-Christian Theobald, der als Coach Vereine in Hessen und Nordrhein-Westfalen berät und diese "Fit für die Zukunft" machen will.

Bei einem Treffen in der Gaststätte am Hallenbad in Vellmar wurde nun eine erste Zwischenbilanz gezogen. Mit dabei Landrat Uwe Schmidt, der zu den "Geburtshelfern" des Projekts gehört, wie Kemper betonte sowie Ingo Buchholz, der Vorstandsvorsitzende der Kasseler Sparkasse, dem Kemper für die finanzielle Unterstützung dankte.

Schnell entwickelte sich ein offenes Gespräch. Ziel seines Coachings sei zunächst eine Bestandsaufnahme in den Vereinen, so Theobald, um dann gemeinsam realistische Ziele zu formulieren. Letztlich gehe es ihm um "Hilfe zur Selbsthilfe". Dabei könne der neutrale Blick von außen durchaus hilfreich sein.

Ronald Beez (vorne, Vorsitzender des Schützenvereins Hegelsberg-Vellmar) und Renate Stuthmann (hinten, Vorsitzende des Volkschores Niedervellmar) schilderten die Veränderungsprozesse in ihren Vereinen. (Foto: Andreas Bernhard) Ronald Beez (vorne, Vorsitzender des Schützenvereins Hegelsberg-Vellmar) und Renate Stuthmann (hinten, Vorsitzende des Volkschores Niedervellmar) schilderten die Veränderungsprozesse in ihren Vereinen. (Foto: Andreas Bernhard)

Über die Wirkung des Coachings berichtete Renate Stuthmann: "Wir mussten viel Überzeugungsarbeit leisten." Vorsichtig sei man zum Beispiel dabei das Lieder-Repertoire zu modernisieren, so die Vorsitzende des Volkschores Niedervellmar, dessen Mitglieder im Durchschnitt 70 Jahre alt sind. Bei der Gewinnung neuer Mitglieder leide der Chor jedoch unter der Konkurrenz der Gesangsvereine in Vellmar. So seien Neumitglieder bereits zu anderen Chören abgewandert.

Einen von Landrat Uwe Schmidt ins Spiel gebrachten Zusammenschluss von Chören, beurteilte Stuthmann skeptisch. "Dafür ist die Rivalität unter den Ortsteilen zu groß", betonte sie. "Und jeder hat ja seinen eigenen Chorleiter." Stattdessen wolle sie bei der Mitgliederwerbung verstärkt Menschen direkt ansprechen. "Wir sind weiter hoffungsfroh, dass wir noch Menschen erreichen", so die Vorsitzende. Dass es mit der Mitgliedergewinnung bisher noch nicht so geklappt hat, konnte Ingo Buchholz sogar eine positive Seite abgewinnen: "Auch wenn Interessierte leider zu anderen Chören gegangen sind, haben sie durch ihre Werbung doch zumindest neue Vereinsmitglieder für Vellmar gewonnen", stellte er fest.

Andere Probleme plagen den Schützenverein Hegelsberg-Vellmar. "Wir haben momentan genügend junge Mitglieder", berichtet der Vorsitzende Ronald Beez. Jedoch habe man zusammen mit dem Coach andere Handlungsfelder erkannt. So wolle man sich verstärkt um einen "Brückenschlag zwischen Jugend und Erwachsenen" im Verein bemühen und sei dabei ein einheitliches Design für den Vereinsauftritt zu erstellen. Auch beim Trainernachwuchs müsse etwas getan werden.

Landrat Schmidt lobte abschließend die Bereitschaft der Vereinsvertreter auf Veränderungen einzugehen und ermutigte sie, weiter für sich zu werben. Die gemeinsame Erkenntnis des Treffens fasste Uwe Kemper am Ende so zusammen: "Die durch das Coaching angestrebte Veränderung ist kein Feuerwerk, sondern eher ein Langstreckenlauf."

22.08.2018




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