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Elf Schüler der THS Baunatal zu neuen Fahrbegleitern ausgebildet

Vorne: Die neuen Fahrbegleiter der THS Baunatal Sharifa Guldan, Damla Kaya, Can Berkan Vural, Cara und Mira Tkacz, Gulia Zander und Felix Zirkenbach. Hinten: (v.l.) Trainerin Birgit Schaumburg, Polizeihauptkommissar Dirk Langer, der stellvertretende Schulleiter Wolfgang Heitmann, Landrat Uwe Schmidt und der THS-Koordinator Dag Jöhrens. Vorne: Die neuen Fahrbegleiter der THS Baunatal Sharifa Guldan, Damla Kaya, Can Berkan Vural, Cara und Mira Tkacz, Gulia Zander und Felix Zirkenbach. Hinten: (v.l.) Trainerin Birgit Schaumburg, Polizeihauptkommissar Dirk Langer, der stellvertretende Schulleiter Wolfgang Heitmann, Landrat Uwe Schmidt und der THS-Koordinator Dag Jöhrens.

Schulen, Landkreis, KVG und Polizei arbeiten Hand in Hand für mehr Sicherheit

Baunatal. "Stand by me." Der bekannte Song von Ben E. King, gespielt von der Schulband "Level Two", war der perfekte Auftakt für die Verleihung der Abschlusszertifikate an elf neue Fahrbegleiter an der Theodor-Heuss-Schule (THS) in Baunatal. Denn wie sagte der stellvertretende Schulleiter der THS, Wolfgang Heitmann, in seiner Begrüßung: "stand by me", auf Deutsch "beisammen stehen" oder "zueinander stehen", sei eine alltägliche Situation im Schulbusverkehr. Und dabei könne es leider auch zu Konflikten kommen. Weshalb die Fahrbegleiter eine wichtige Aufgabe hätten.

Rund 150 Schüler der 5. und 7. Klassen hatten sich im großen Atrium der Schule versammelt, um bei der Verleihung der Urkunden dabei zu sein. Für sie war es auch eine Werbeveranstaltung. Denn die ehrenamtlichen Fahrbegleiter sind Vorbild für die Jüngeren.

Zwei der neuen Fahrbegleiter, Sharifa Guldan und Damla Kaya, kamen auf die Bühne, um über die Ausbildung zu berichten. Beide fahren täglich mit Bus und Bahn. "Dabei haben wir immer wieder gesehen, dass etwas kaputt gemacht wurde", berichtet Sharifa. "Dagegen wollen wir etwas tun".

Die Ausbildung der Busbegleiter wird vom Verkehrsunternehmen Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) organisiert. Von Trainerin Birgit Schaumburg wurden die Fahrbegleiter intensiv auf ihre neue Tätigkeit vorbereitet. Unter anderem wurden die Schüler in Deeskalation und Konfliktbewältigung geschult. Außerdem wurden Kommunikationstechniken und Körpersprache geübt.

Mit Erfolg: "Nicht provozieren und sich nicht provozieren lassen", sagt Damla sei ihre wichtigste Erkenntnis. Gelernt wurde das in Rollenspielen. "Und die", so Sharifa, "haben viel Spaß gemacht."

"Ich freue mich, dass ihr mit eurer Ausbildung auch an Selbstbewusstsein gewonnen habt", lobte Landrat Uwe Schmidt die Schülerinnen. Mit dieser Ausbildung seien alle neuen Fahrbegleiter nun ebenfalls Experten im Bereich Konfliktbewältigung und Streitschlichtung. "Etwas, was ihr nicht nur im Bus oder in der Bahn benötigt, sondern auch für den Rest eures Lebens", so Schmidt. Das Engagement der Fahrbegleiter sei beispielhaft und führe dazu, dass die Fahrt von und zur Schule in Bussen und Trambahnen für Nutzer und die Fahrer stressfreier werde. Deshalb sei das Geld vom Landkreis für die Ausbildung, immerhin rund 5.000 Euro pro Lehrgang, "gut angelegt", so der Landrat.

Unterstützt werden die Fahrbegleiter auch von der Polizei. Hauptkommissar Dirk Langer, von der gegenüberliegenden Polizeistation in Baunatal, hatte das letzte Wort. Er betonte: "Ihr nehmt uns viel Arbeit ab und seid Freunde der Polizei". Deshalb, so Langer, "stehen wir auch voll hinter euch."

Hintergrund:

Rund 400 Schüler an 15 Schulen im Landkreis sind zurzeit als Fahrbegleiter tätig. Die Ausbildung, die zusammen mit der Kasseler Verkehrsgesellschaft KVG organisiert wird, hat sich zu einem Erfolgsmodell entwickelt, das von den Schulen und den Schülern gern umgesetzt wird. Während der Schulung werden die Schüler in den Themen Konfliktvermeidung und Deeskalation ausgebildet. Zur Ausbildung gehören Rollenspiele und das Bearbeiten von möglichen Konfliktsituationen beim Einstieg und der Fahrt. Die Schüler sollen dabei auch ein Gefühl dafür erhalten, wann sie selbst agieren können und wann es besser ist, Hilfe zu holen. Ohne das Engagement der Koordinatoren in den beteiligten Schulen wäre die Ausbildung nicht realisierbar.

Ausgebildete Fahrzeugbegleiter gibt es neben der Georg-Christoph-Lichtenbergschule in Kassel-Oberzwehren, als einzigem Gymnasium, auch an allen Gesamtschulen im Landkreis Kassel.

06.09.2018


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