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Schulleiter mahnt: „Die Erinnerungskultur bröckelt“ (29.01.2019)

Gemeinsam gegen das Vergessen: (v.l.) Stefan Alsenz (Schulleiter Herderschule), Referent Helmut Kellershohn (Gründungs- und Vorstandsmitglied des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung), Thomas Ewald (Programmbereichsleiter vhs Region Kassel), Dr. Hans Otto Rößer (Aufgabenfeldleitung II, Herderschule Kassel), Andreas Siebert (Vizelandrat). Gemeinsam gegen das Vergessen: (v.l.) Stefan Alsenz (Schulleiter Herderschule), Referent Helmut Kellershohn (Gründungs- und Vorstandsmitglied des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung), Thomas Ewald (Programmbereichsleiter vhs Region Kassel), Dr. Hans Otto Rößer (Aufgabenfeldleitung II, Herderschule Kassel), Andreas Siebert (Vizelandrat).

Gemeinsame Veranstaltung zum Holocaustgedenktag von Herderschule und vhs Region Kassel im Hermann-Schafft-Haus

Region Kassel. Auch in diesem Jahr begingen die Herderschule und die vhs Region Kassel gemeinsam den Holocaustgedenktag. Im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal im Hermann-Schafft-Haus drängten sich über 300 Schüler und Schülerinnen, aber auch viele Interessierte aus Stadt und Landkreis Kassel. Thema in diesem Jahr: „Das völkische Denken zur Zeit des Nationalsozialismus und seine heutigen Varianten.“ Moderiert wurde die Veranstaltung von Ksenia Lassukova und Malte Herbst aus der Jahrgangsstufe 13 der Herderschule. Die Beiden erinnerten an die lange Tradition der im Jahr 2000 ins Leben gerufenen Gedenkveranstaltung, die seit 2013 in Kooperation mit der vhs Region Kassel durchgeführt wird.

In der anschließenden Begrüßung der Gäste betonten Schulleiter Stefan Alsenz und Thomas Ewald von der vhs Region Kassel, dass die Erinnerung die Verbrechen der Nationalsozialisten und an die Befreiung des Konzentrationslagers Ausschwitz auch weiterhin eine wichtige Aufgabe sei. Denn: „Die Erinnerungskultur bröckelt“, beklagte Alsenz. „Viele junge Menschen können mit dem Begriff ‚Holocaust‘ nichts anfangen.“

Auch Vizelandrat Andreas Siebert zeigte sich sorgenvoll, angesichts der aktuellen Entwicklungen: „Zunehmende Polarisierung, Radikalisierung und die Aufkündigung des Dialogs, all dies macht demokratieuntauglich“, mahnte Siebert, der Nationalismus, völkisches Denken, alltäglichen Rassismus, Angst vor dem Fremden, und die Wut auf die da oben als Turbotreibstoff für Populisten bezeichnete.

Die Moderation übernahmen Ksenia Lassukova und Malte Herbst aus der 13. Klasse der Herderschule. Die Moderation übernahmen Ksenia Lassukova und Malte Herbst aus der 13. Klasse der Herderschule.

Nach diesem Auftakt wandte sich der Historiker und Rechtsextremismus-Forscher Helmut Kellershohn in seinem Vortrag dem Begriff „Volk“ und den „völkischen Bewegungen“ zu. Dabei schlug er einen Bogen vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit und belegte dabei immer wieder, anhand von Beispielen, die enge Verknüpfung des „völkischen Denkens“ mit dem Antisemitismus.

Dem Vortrag folgte eine angeregte Diskussion über die völkische Ideologie sowie die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen nationalsozialistischer Sprache und heutigen rechtspopulistischen Positionen. Die zahlreichen Fragen und Positionen der Schülerinnen und Schüler waren dabei ein sichtbarer Beleg für deren ernsthafte Beschäftigung mit der Thematik.

29.01.2019




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