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Sprache ist der erste Schritt - Modellprojekt „Duale Ausbildung für Geflüchtete fördern“ hilft auf dem Weg in die berufliche Zukunft

Farahnaz Hashimi (28) aus Afghanistan (vorn), Najwa Meamal (35) aus Syrien und Zeki Karim aus der Türkei (38) lernen fleißig und wollen das Modellprojekt als Sprungbrett für eine erfolgreiche berufliche Zukunft nutzen. Farahnaz Hashimi (28) aus Afghanistan (vorn), Najwa Meamal (35) aus Syrien und Zeki Karim aus der Türkei (38) lernen fleißig und wollen das Modellprojekt als Sprungbrett für eine erfolgreiche berufliche Zukunft nutzen.

Region Kassel. Seit Oktober wird gebüffelt. Deutsch in Schrift und Sprache. Fünf Stunden täglich, vier Tage die Woche. Dazu Mathe und Gesellschaftswissen. Ein anstrengendes Programm. Zeki Karim (Name von der Redaktion geändert), der wegen politischer Verfolgung nicht zurück in sein Heimatland Türkei kann, gefällt das. "Hier läuft alles sehr strukturiert", findet der 38-jährige Akademiker, der zuletzt in der Mongolei an der Universität gearbeitet hat und erst seit zehn Monaten in Deutschland lebt. Und außerdem, so betont er: "Die Sprache lernen und eine Ausbildung machen, ist der einzige Weg erfolgreich zu sein."

Wie er wollen noch 19 weitere Teilnehmer an dem Modellprojekt "Duale Ausbildung für Geflüchtete fördern" ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz verbessern. "Die Teilnehmer kommen aus der Türkei, Syrien, Eritrea und Afghanistan, was sie eint ist die hohe Motivation", sagt Projektkoordinatorin Selin Gündönüm. Bei der Auswahl der Bewerber arbeitet sie eng mit den Hausleitern in den Gemeinschaftsunterkünften des Landkreises und ehrenamtlichen Helfern zusammen.

Projektkoordinatorin Selin Gündönüm (vorn) sieht den Erwerb von ausreichenden Sprachkenntnissen als ersten Schritt zu einer gelingenden Integration. Projektkoordinatorin Selin Gündönüm (vorn) sieht den Erwerb von ausreichenden Sprachkenntnissen als ersten Schritt zu einer gelingenden Integration.

Ab Juli beginnt die zweite Phase des Modellprojekts. Dann haben die Teilnehmer die Möglichkeit am Nachmittag zusätzliche Fachpraktika im Bereich Pflege sowie in den Bereichen Elektro und Metall an der Willy-Brandt-Schule zu absolvieren. Diese dienen dazu, einen ersten Eindruck von der Ausbildung und von den Anforderungen zu vermitteln. Ein parallel dazu laufender Kurs in Hofgeismar bereitet auf eine Ausbildung im Gastronomiebereich vor.

Ihre Ausbildungsstelle müssen sich die Teilnehmer jedoch selbst suchen. "Wir helfen bei der Bewerbung, sagen aber nicht: so da hast du eine Stelle", betont Gündönüm. Wer jedoch einen Ausbildungsbetrieb gefunden hat, der wird auch weiterhin begleitet. In Absprache mit dem Ausbildungsbetrieb kann so etwa Förderung beim Lernen der Fachsprache angeboten werden. Aber auch die Betriebe können sich Rat einholen.

"Der Erwerb von deutschen Sprachkenntnissen ist immer der erste Schritt zu einer gelingenden Integration", betont Gündönüm, die selbst aus einer Gastarbeiterfamilie stammt. "Und am Ende gewinnen alle. Denn die Geflüchteten wollen arbeiten und viele Betriebe suchen Fachkräfte", ist die Koordinatorin zuversichtlich.


Hintergrund:

Finanziert wird das Modellprojekt "Duale Ausbildung für Geflüchtete fördern" aus dem Ausbildungs- und Qualifizierungsbudget des Landkreises Kassel und gefördert durch das Hessische Ministerium für Soziales und Integration. Mit der Umsetzung wurde die kreiseigene Arbeitsförderungsgesellschaft im Landkreis Kassel (AGiL) gGmbH beauftragt, die über große Erfahrung in der Ausbildung und Einstiegsqualifizierung von benachteiligten jungen Menschen verfügt.

01.02.2019



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