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Landkreis Kassel stellt keine Bescheinigungen für Tiertransporte in Drittländer mehr aus

Erster Kreisbeigeordneter Andreas Siebert Erster Kreisbeigeordneter Andreas Siebert

Wolfhagen/Kreis Kassel. Bereits bevor das Land Hessen ein befristetes Verbot für Lebendtiertransporte in eine Reihe von Ländern außerhalb der Europäischen Union ausgesprochen hat, hat sich der Landkreis Kassel dazu entschieden, keine Bescheinigungen für Tiertransporte in Drittländer auszustellen. "Ausschlaggebend für unsere Entscheidung war ein Artikel aus dem Büro der Landestierschutzbeauftragten Hessen in einer Fachzeitschrift", informiert Vizelandrat Andreas Siebert. In diesem juristischen Fachartikel in der Zeitschrift "Amtsärztlicher Dienst und Lebensmittelkontrolle" wird die Frage aufgeworfen, ob sich solche Bescheinigungen ausstellende Amtstierärzte der Beihilfe oder Mittäterschaft zum Strafbestand der Tierquälerei schuldig machen. Bescheinigungen für Tiertransporte in Drittländer werden vom Fachbereich Veterinärwesen und Verbraucherschutz seit Mitte Februar nicht mehr erteilt. Bei Tiertransporten in Drittländer kommt es immer wieder zu Verstößen gegen tierschutzrechtliche Mindeststandards. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft tierquälerische Praktiken bei der Schlachtung in diesen Ländern. Die örtlichen Veterinärbehörden müssen für solche außerhalb der EU gehenden Tiertransporte tierseuchenrechtliche Voratteste ausstellen. Damit wird bescheinigt, dass das zu transportierende Tier frei von Krankheiten ist. Diese Bescheinigung ist Voraussetzung dafür, dass der Transport in ein Nicht-EU-Land erfolgen kann. "Wir wollen uns nicht vorwerfen lassen, wissentlich das Leid von Tieren durch eine Verwaltungshandlung zu fördern und deshalb haben wir im Sinne des Tierschutzes reagiert", erläutert Siebert.

Mittlerweile hat auch das Land Hessen eine landeseinheitliche Handlungsweise für die Veterinärbehörden vorgelegt. Die Regelung betrifft Tiertransporte nach Aserbaidschan, Ägypten, Algerien, Jemen, Jordanien, Kasaschstan, Kirgisistan, Libanon, Marokko, Syrien, Tadschikistan, Türkei, Turkmenistan und Usbekistan.

15.03.2019

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