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Was ist ein Insektenhotel?

Naturgemäß bevorzugen unsere heimischen Insekten natürliche Lebensräume und Nistmöglichkei-ten. Diese sind jedoch selten geworden oder verloren gegangen. Um oberirdisch nistenden, nicht staatenbildenden Wildbienen - auch Einsiedler- oder Solitärbienen genannt -*) und anderen bestäubenden Insektenarten zu helfen und ihre Lebensgrundlagen zu verbessern, kann man ihnen zusätzliche Nisthilfen in einem Insektenhotel anbieten. Darin können sie ihren Nachwuchs heranwachsen lassen, überwintern oder übernachten.

Insektenhotel-pixabay
Insektenhotel (Foto: pixabay)
 

Eigentlich ist die Bezeichnung Insektenhotel missverständlich. Denn Wildbienen übernachten dort nicht nur an einigen Tagen, sondern sie finden dort Unterschlupf und ihr Nachwuchs entwickelt sich hier über mehrere Wochen (ca. 50 Tage) und bleibt dort bis zum Flugbeginn im nächsten Frühjahr. Zwischenzeitlich ist dieser Name im Sprachgebrauch jedoch üblich geworden und auch wir wollen ihn beibehalten.

… und wofür wird es gebraucht?

Ein Insektenhotel kann dazu beitragen, die Lebensbedingungen für Wildbienen, die einen sehr großen Anteil an der Bestäubung von Blumen, Obstbäumen und Kulturpflanzen haben, zu verbessern. Wer ein solches Insektenhotel näher betrachtet, wird über die Artenvielfalt der friedlich nebeneinander lebenden Bewohner erstaunt sein. Uns Menschen können sie die Natur näher bringen. Es kann spannend und anregend sein, dort den Insekten bei ihrem Treiben zuzuschauen.

Wir haben uns für ein Insektenhotel entschieden.
Hier nun einige Tipps, die für ein erfolgreiches Projekt Insektenhaus beachtet werden sollten:

Das richtige Material

Alle unbehandelten, natürlichen Materialien wie Lehm, Ton, Stein oder abgelagertes, entrindetes Hartholz (z.B. Buche, Eiche, Esche) eignen sich zum Bau eines Insektenhotels. Bambusröhren, Schilfhalme oder hohle Stängel sind bei den Bienen besonders begehrt. Völlig nutzlos hingegen und unerwünscht sind Stroh, Lochziegelsteine, Kieselsteine, Plastik und Metall. Ausgestattet ist es mit den nachgebildeten Nistelementen: Totholz, Stängel und Löss.
Ein zusätzliches gut erreichbares Angebot mit Nistmaterial wie Sand und Lehm und eine kleine Wasserstelle (flache Schale) steigern die Anziehungskraft für die neuen Bewohner. 

Jede Blüte zählt

Wenn ein Insektenhaus wirklich zu einem neuen Lebensraum für Wildbienen und Co. werden soll, muss es für sie in seiner näheren Umgebung genügend und anhaltend Nahrung geben. Diese finden die Insekten an heimischen Sträuchern, an heimischen Sträuchern, Bäumen und Blütenpflanzen. Fehlen diese, wird man vergeblich auf Besuch und Besiedelung der Unterkunft warten.

Welcher Standort ist gut geeignet? 

Insektenhotels werden in ganz unterschiedlichen Formen, Farben, Größen und Ausstattungen angeboten. Nicht jedes ist geeignet. Daher sollte man sich vorher gut informieren, um die richtige Wahl treffen zu können. Je nach Größe werden diese etwa in einem Meter Höhe zum Beispiel fest an einer Hauswand angebracht - besser jedoch nicht bodennah oder in Bäumen baumelnd - und freistehend aufgestellt.

Der Standort sollte warm, sonnig, regen- und windgeschützt bzw. wetterabgewandt sein. Gut ist es, wenn das Insektenhotel unter einem Dachvorsprung  angebracht oder mit einem eigenen kleinen Dach ausgestattet ist, um vor Regen geschützt zu sein. 

Das Insektenhotel sollte möglichst den ganzen Tag Sonnenlicht abbekommen. Ein Schattendasein mag es nicht. Dafür wird die offene Seite nach Süden oder Südosten hin ausgerichtet. Die Insekten brauchen Sonne und Wärme, um aktiv zu sein und ihre Larven schlüpfen erst dann, wenn es warm genug ist. Eine sonnenreiche Ausrichtung ist wichtig, damit der Unterschlupf auch im Winter be-wohnt bleiben kann. Eine südöstliche Ausrichtung bietet wärmende Morgensonne schon im Frühjahr.

Beim Aufstellen oder Befestigen des Insektenhotels sollte dafür gesorgt werden, dass anfallender Regen oder Schnee wieder ablaufen kann (leichte Schräglage nach vorn). So staut sich kein Wasser im Innenteil des Insektenhotels und die Nistplätze der Tiere bleiben schön trocken. Die „Flugbahn“ sollte stets frei von Hindernissen bleiben. 

Das Insektenhotel ist für die meisten nützlichen Insekten am besten zu erreichen, wenn es in circa einem Meter Höhe und nicht direkt auf dem Boden steht. Damit wir unseren Spaß bei der Beobachtung haben können, bringen wir das Insektenhotel am besten in "Augenhöhe" an.

Wann wird ein Insektenhotel aufgebaut?

Insektenhotels können das ganze Jahr über eröffnet werden. Die größte Chance einer Besiedlung mit Gästen besteht im April und Mai. Aber auch später im Jahr werden sie noch gern angenommen. Unterwegs sind die Wildbienen ungefähr von März bis September.
Im Frühling suchen Wildbienen nach einem Unterschlupf um ihre Nachkömmlinge großzuziehen. Wenn es zum Ende des Jahres kälter wird, werden die Nistplätze für Insekten noch wichtiger, da viele Insektenarten Winterschlaf halten.

… endlich eingezogen?

Ob die angebotenen Nisthilfen angenommen worden sind, kann man leicht herausfinden. Wenn das Nest bezogen ist, befüllt das Wildbienenweibchen die Öffnungen mit Nahrungsvorräten aus Nektar und Pollen. In die legt sie auch seine Eier ab und verschließt sie von außen mit Lehm, Harz, kleinen Steinchen oder einem anderen Material. Je mehr dieser Nestverschlüsse zu erkennen sind, desto besser eignet sich das Insektenhotel. Verschlossene Löcher dürfen also nicht geöffnet werden.

Muss ein Insektenhotel übers Jahr gepflegt werden?

Ein Insektenhaus verlangt nicht viel Aufwand. Es reicht völlig aus, die Niststätte einmal jährlich auf Schäden durch Wind und Wetter oder Vögel durchzusehen und diese zu beseitigen sowie Schmutz wie Blätter oder Spinnweben zu entfernen. Allerdings sind nach drei bis vier Jahren viele Nisthilfen in die Jahre gekommen, dann wird Verbrauchtes, Verschmutztes und Entzweigegangenes zu ersetzen sein.

Muss das Insektenhotel im Winter abgebaut werden?

Nein, das Insektenhotel muss - wie auch andere Nisthilfen - Außentemperaturen ausgesetzt sein und verbleibt auch im Winter an seinem Ort.

Über Ersatz nachdenken?

Bienenhotels sind für den mehrjährigen Gebrauch gedacht. Wildbienen füllen ihre Nisthilfen mit Nahrungsvorräten, in die sie auch ihre Eier ablegen und nutzen die Hohlräume nachts, bei schlech-tem Wetter oder in den Mittagsstunden sehr heißer Tage als Schlafplatz. Bereits benutzte Röhrchen, aus denen also im Folgejahr die neue Generation ausschlüpft, werden gesäubert und wieder neu bezogen. Auf jeden Fall sollte der Nachwuchs in Ruhe schlüpfen können, bevor über einen Ersatz für das „alte Insektenhotel“ nachgedacht wird.

Geht von einem Insektenhotel Gefahr für uns Menschen aus?

Wir müssen keine Angst vor den Wildbienen haben - aber ein wenig Aufmerksamkeit im Umgang mit ihnen schadet sicherlich nicht. Denn wir haben es hier mit lebenden Tieren zu tun, die jedoch ein meist recht friedliches Wesen haben. Alle Solitärbienen sind völlig friedfertig. Von sich aus stechen sie nie, es sei denn man schnappt sich ein Weibchen mit den Fingern und bringt es dadurch in Bedrängnis. Wird es ihnen hingegen einfach zu bunt, suchen sie eher das Weite und flüchten.


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