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29 plus eine – FrauenLebensOrte

Gisela Petschner (1913 – 2007)

Gisela Petschner

Malerin der Alten und Kranken

Gisela Petschner wird am 18. April 1913 im böhmischen Saaz geboren. Mit 20 Jahren geht sie an die Kunstschule in Dresden um Malerin zu werden. Nach Kriegsende wird ihre Familie aus Böhmen vertrieben. Sie selbst reist über die Schweiz nach Rom, wo sie ihre Kunststudien zunächst fortsetzt.

Kurz darauf erkrankt Gisela Petschner an Kinderlähmung, die einen anderthalbjährigen Aufenthalt in einer neurologischen Klinik notwendig macht. Die Kranken und Alten, denen sie hier begegnet, werden ihre Modelle und bestimmten fortan ihr künstlerisches Lebenswerk.

Nach einem zweijährigen Erholungsaufenthalt in einem Kloster nahe Rom, zieht sie 1952 nach Wolfhagen. Schließlich übernimmt sie die Leitung einer Malgruppe im Psychiatrischen Krankenhaus in Bad Emstal-Merxhausen. Trotz ihrer Behinderung lässt die künstlerische Kraft von Gisela Petschner bis ins hohe Alter nicht nach. Zuletzt lebt sie im Altenheim Karlsstraße in Wolfhagen, wo sie 2007 stirbt.

Heute sind ihre Zeichnungen Teil der Medizingeschichte. Ihre Werke finden sich im Deutschen Medizinhistorischen Museum in Ingolstadt sowie als Teil der Sammlung Prinzhorn im Heidelberger Museum für historische Werke aus psychiatrischen Anstalten.

29 plus eine – FrauenLebensOrte | Bad Emstal

Vielen Dank fürs Weitersagen.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Tasso Minkner, Gisela Petschner - Anmerkungen zu den jüngsten Zeichnungen, im Jahrbuch 2007 des Landkreises Kassel, Seite 140.
  • Privatarchiv
  • Bronzeskulptur in Niedervellmar (Steinmetz Uwe Kunze, 1993), Foto © Birgit Mietzner, 2018
  • Aufnahme von 1898, Privatarchiv
  • Reliquienbüste der Hl. Kunigunde, vermutl. Böhmen um 1440 (Paderborn, Diözesanmuseum) aus Ingrid Baumgärtner (Hg.), Kunigunde – eine Kaiserin an der Jahrtausendwende (Kassel 1997) Seite 34
  • Aufnahme vom 25.08.1940 aus Heimat- und Geschichtsverein Fuldabrück e. V., Dörnhagen im Wandel der Zeit (Fuldabrück 2015), Seite 209.
  • Foto der Sammlung Krug, 1981 (mhk - museumslandschaft hessen kassel)

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