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Drei starke kommunale Partner für „Offen für Vielfalt“

Regierungspräsidium, Stadt und Landkreis Kassel verstärken die nordhessische Initiative aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft

Kassel. Die Stadt und der Landkreis Kassel sowie das Regierungspräsidium Kassel treten als weitere Kooperationspartner der Initiative "Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung" bei. Das teilte das Demokratie- und Toleranzbündnis am heutigen Donnerstag mit. Dadurch wächst die nordhessische Initiative, die vor zwei Jahren von fünf Unternehmen ins Leben gerufen wurde, auf rund 30 Organisationen an.

Der Zusammenschluss von Unternehmen, kommunalen Institutionen und Vereinen ist in dieser Form einmalig. Gemeinsam haben die Partner in der Vergangenheit unterschiedliche Projekte und Aktionen zur Stärkung von Demokratie und Vielfalt in all ihren Dimensionen und für Respekt in Gesellschaft und Arbeitswelt umgesetzt. Dazu gehört auch die klare Positionierung gegen Hass und Hetze im Netz.

von links nach rechts: Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle, Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber und Uwe Schmidt, Landrat des Landkreises Kassel, stehen mit Plakaten der Initiative "Offen für Vielfalt" auf der Wiese vor dem Regierungspräsidium.

Ein erstes gemeinsames Projekt war in diesem Sommer zudem die Plakatkampagne "Demokratische Werte sind unsterblich" der Initiative mit dem Regierungspräsidium Kassel. Die Aktion setzte anlässlich des ersten Jahrestages der Ermordung des ehemaligen Kasseler Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke (2. Juni 2019) ein sichtbares Zeichen für Demokratie und die damit verbundenen Werte in Kassel und darüber hinaus. Mit dem Beitritt der kommunalen Partner zur Initiative "Offen für Vielfalt" wird die Zusammenarbeit jetzt weiter intensiviert.

"Wir freuen uns sehr, mit dem Regierungspräsidium, der Stadt und dem Landkreis Kassel auch die kommunalen Vertretungen als Partner dabei zu haben. Unsere Initiative hat ihre Wurzeln hier in der Region Kassel. Darum ist es nur folgerichtig, drei starke kommunale Institutionen als Kooperationspartner aufzunehmen. Damit ist unser Bündnis für die nächsten gemeinsamen Aktionen für Vielfalt, Respekt und demokratische Werte noch besser aufgestellt", erklärt Michael Sasse für die Initiative "Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung."

Mit Blick auf die neuen Kooperationen und das Engagement von "Offen für Vielfalt" sagt der amtierende Kasseler Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber: "Walter Lübcke hat sich unermüdlich für Toleranz, Respekt und Dialogbereitschaft eingesetzt. Als offizieller Kooperationspartner von "Offen für Vielfalt" haben wir viele Partner an unserer Seite, um diese Werte weiter zu stärken und Haltung zu zeigen. Die Arbeit dieser Initiative ist auch die Fortsetzung der Arbeit von Walter Lübcke."

Kampagne zur Kommunalwahl

Zur hessischen Kommunalwahl im kommenden Jahr will die Initiative "Offen für Vielfalt" mit einer Kampagne für die Beteiligung an der Wahl werben. "Unsere Demokratie steht unter Druck. Man stärkt und verteidigt eine Demokratie am besten mit Demokratie, indem man sie lebt", sagt Michael Sasse für die Initiative aus Kassel: "Bei der vergangenen Kommunalwahl in Hessen im Jahr 2016 lag die Wahlbeteiligung unter 50 Prozent. Wir sagen, das geht besser!"

Mit einer Kampagne der Initiative sollen vor allem Erst- und Jungwählerinnen und -wähler an die Urne gebracht werden, aber auch EU-Bürger sowie neu eingebürgerte Deutsche auf ihr Wahlrecht gezielt aufmerksam gemacht werden.

"Das Wahlrecht ist eine der wichtigsten Säulen unserer Demokratie. Es sichert die Teilhabe der Menschen an politischen Prozessen und ist zugleich der Maßstab, an dem die Arbeit von uns Politikerinnen und Politikern gemessen wird. Mit Offen für Vielfalt wollen wir die demokratische Beteiligung der Menschen stärken", betonen Christian Geselle, Oberbürgermeister der Stadt Kassel und Präsident des Hessischen Städtetages, und Uwe Schmidt, Landrat des Landkreises Kassel.

Im Rahmen der gemeinsamen Kampagne sollen auch möglichst viele Menschen als Wahlhelfer gewonnen werden. Mit ihrer zuverlässigen Arbeit tragen sie zum erfolgreichen Gelingen der Kommunalwahl und damit zu unserem demokratischen Zusammenleben bei.

Für die Vorbereitung und die Durchführung der Kommunalwahl werden allein in der Stadt Kassel rund 2.200 Wahlhelfer gebraucht. Diese Zahl wird damit so hoch wie noch nie liegen, da aufgrund der aktuellen Beschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie vermutlich mehr Menschen die Möglichkeit der Briefwahl in Anspruch nehmen werden. Diese logistische Herausforderung ist nur unter Mithilfe vieler engagierter Bürgerinnen und Bürger zu meistern.

Darüber hinaus positionieren sich die Initiative und die kommunalen Institutionen mit Blick auf die Kommunalwahl eindeutig gegen Hass und Hetze gegen Kommunalpolitiker im Netz und der realen Welt. Mit der gemeinsamen Kampagne sollen das Engagement und die Verantwortung der lokalen Politikerinnen und Politiker in ihrer Kommune anerkannt und aktiv unterstützt werden.

Alle Bürgerinnen und Bürger, die die Kommunalwahl als Wahlhelfer unterstützen möchten, können sich online auf  www.kassel.de/wahlhelfer (Öffnet in einem neuen Tab), per Mail an  wahlenkasselde oder telefonisch über 0561/787-8510 melden.

Über die Initiative "Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung"

Im Spätsommer 2018 wurden in Chemnitz Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Religion   oder ihres Einsatzes für Demokratie zu Zielscheiben. Die Medien sprachen von "Hetzjagden", schockierende Videos waren zu sehen. Gemeinsam wollten fünf in Kassel ansässige Unternehmen – die Hübner GmbH, die Schaltbau Bode Gruppe, die K+S Aktiengesellschaft, die Kasseler Sparkasse und Wintershall Dea – im Oktober 2018 mehr als sich empören und ein klares Zeichen für ein vielfältiges Miteinander setzen. Zeigen, dass sie sich Werten wie Respekt, Toleranz und Dialogbereitschaft verpflichtet fühlen – und dass Wirtschaftsunternehmen diese Vielfalt brauchen und davon profitieren. Gemeinsam starteten sie die Initiative "Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung". Mit steigender Tendenz versammeln sich aktuell rund 30 Unternehmen und Organisationen, darunter wissenschaftliche Institutionen und Bundesligavereine, als Partner:innen unter dem Dach der Initiative. Sie bündeln ihre Kräfte und nutzen gemeinsam Netzwerke. Alle Informationen zu "Offen für Vielfalt" finden Sie unter  www.offenfuervielfalt.de (Öffnet in einem neuen Tab).